Häuser, Hochzeiten und ein Virus

Corona ist weltweit allgegenwärtig und wird es wahrscheinlich auch bleiben. Bis auf ein paar Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen betrifft es mich zum Glück nicht so, wie viele andere. Ich bin ja nicht nur Berufsfotograf und Filmproduzent, sondern arbeite auch im Gesundheitsbereich, der in so einer Zeit nun beweist, wie Krisensicher er ist.

Auf 2 Hochzeiten kann ich mich im Oktober aber freuen. Beeinträchtigt von den derzeitigen Umständen sind sie dafür kleiner, mit Abstand, mit Maske und mit Registrierung. Aber sie sind. Und man lebt ja nicht nur von der Hochzeitsfotografie.

Auf der einen Seite klagt man über Jobverluste und hohe Arbeitslosigkeit, auf der anderen Seite wird behauptet, dass nun viele ein Eigentum in Form einer Wohnung oder eines Hauses mit Garten suchen. In Zeiten der Quarantäne haben anscheinend viele das Verlangen am eigenen Grün bekommen. Und was braucht jemand, der eine Immobilie sucht oder verkaufen will? Genau, Fotos.

Als Abwechslung zur Hochzeitsfotografie betreibe ich darum auch noch das fotografieren von Immobilien. Klingt komisch, ist aber so. Ich liebe es, Hochzeiten zu fotografieren. Die Momente, die Menschen, die wunderbaren Bilder, aber es ist viel Stress. Ich muss ständig auf der Hut sein, um ja keinen Augenblick zu verpassen.

Immobilien sind genau das Gegenteil. Sie bleiben starr. Hier kann ich mich in Ruhe positionieren, alles so organisieren, wie ich es möchte und so viele Fotos machen, wie ich brauche. Da gibt es keinen Moment, denn man verpassen kann. Und so, wie jede Hochzeit einzigartig ist, ist es auch jede Immobilie. Darum ist jeder Auftrag auf’s Neue interessant. Man würde gar nicht glauben, was man da alles erlebt. Vom heruntergekommenen Mehrfamilienhaus bis hin zur luxuriösen Einzimmerwohnung. Nicht selten stehe ich in einem Raum und denke mir: “ Wow, das ist ja cool“, oder „oh mein Gott, wie kann man nur so wohnen?“
Und auch, wenn es sich dabei um leblose Objekte handelt, sind sie trotzdem im Besitz von Menschen. Menschen mit Schicksalen. Und diese sind, wie die Menschen selbst, vielfältig.
Ein Ehepaar, dass das Haus verkauft, weil sie etwas kleineres möchten, nachdem alle Kinder ausgezogen sind. Ein ehemaliger Singel, der seine Wohnung verkauft, weil er mit seiner Freundin nun ein Haus für die wachsende Familie braucht. Oder eine Familie, deren Mietvertrag nicht verlängert wurde und die nun nicht weiß, wohin.

Richtig cool finde ich es, wenn ein Hotel zu fotografieren ist. Man kann sich überall frei bewegen, erkundet alles, vom Eingang zu den Schlafzimmern, weiter in die Konferenzräume bis hin zum Wellnesbereich. Das hat manchmal was Lost Place mäßiges, nur, dass es erlaubt ist und ich dafür bezahlt werde.

Falls es den einen oder anderen interssiert, mit welcher Ausrüstung und mit welchen Einstellungen ich Immobilien fotografiere, hier die Angaben:
Ich fotografiere mit meiner Nikon D850 und meinem Tamron 15-30mm 2.8 G2. Dabei ist der Bildstabilisator ausgeschaltet, weil immer ein Stativ verwendet wird und immer HDRs gemacht werden. Ein Foto besteht dabei aus 3 Aufnahmen mit je 2 Blenden Unterschied. Der Fokus steht auf „Single“ wobei das Gruppenmessfeld verwendet wird. Selbstauslöser mit 2 Sekunden und Spiegelvorauslösung mit einer Sekunde. Die Blende nicht weiter offen als 8 und ISO nicht über 400. Der Weißabgleich steht meist auf „Außen“, wird aber, wenn nötig, angepasst. Auf jeden Fall nicht auf Automatik.

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